Metapoema (4): Brotlose Kunst

Das Blöde am Dichten ist, so der Poet
dass meine Gedichte kaum jemand versteht.

Ich spüre anders als meine Kollegen
weder die Lust, im Text Fährten zu legen
noch fröhne ich dem albernen Sport, viele
nichtssagend-belanglosen Wortspiele
und Satzfetzen als Poesie feilzubieten
oder kalauernd Zeile an Zeile zu nieten.

All meine Silben sind mit Bedacht auserkoren
nach Tiefklang und Wortwurzel wohl ausgegoren
die Passung von Inhalt und Form – doch was red ich?
Das Problem, wie gesagt, ist ja: Keiner versteht mich.

GP, Lyrik ist Logik, 2008

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