„Aus dem Englischen von Sebastian Vogel“

Der Wissenschafts-Bestseller-Übersetzer spricht über seine Arbeit, über Dritte Kultur und ärgerliche Bücher.

Irgendwann war es ein Déjà-vu. Ich schlage „Eine neue Geschichte des Lebens“ auf – den noch jungen Weltererklärungs-Wälzer von Joseph Kirshvink und Peter Ward. Und wieder steht auf der Titelseite unter dem Titel und dem Autor diese Worte: „Aus dem Englischen von Sebastian Vogel“. Der Mann scheint spezialisiert zu sein auf die Bücher, die mich interessieren, denke ich.

Jared Diamond, Richard Dawkins, Steven Pinker, Jim Al-Khalili, Steven J. Gould, Brian Green. Bücher über ganz unterschiedliche Themen, von Kosmos bis Kultur ist alles dabei. Und doch gibt es eine Gemeinsamkeit: Es ist die Art von Literatur, die John Brockman „Third Culture“ nannte (und für die ich im Deutschen gerne den Hegelschen Begriff „Realphilosophie“ verwende). Also lade ich Sebastian Vogel in die Sendung ein – und er verrät, warum ihn manche Bücher ärgern, was er von der „Dritten Kultur“ denkt und warum es von ihm kein Foto im Internet gibt.

PS: „Eine neue Geschichte des Lebens“ ist für Leute, die sich mal auf den Stand der Erdgeschichte bringen wollen, empfehlenswert – leider hat es didaktisch einige Mängel. Ein sorgfältiges Lektorat hätte schon die unzähligen Redundanzen vermieden. Ein paar mehr Skizzen hätten viele Zusammenhänge mit einfachen Mitteln deutlich anschaulicher machen können – und die wenigen Skizzen, die das Buch enthält, finden sich oft an der falschen Stelle.

Wer heilt, hat mehr recht, als wer pöbelt.

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Zwischen Wissenschaft und Medien sind gewisse Konvergenzen zu beobachten. Diese widersprechen der Theorie Luhmanns, der zufolge Wissenschaft und Journalismus unterschiedlichen „Codes“ folgen: Nämlich „Wahrheit“ (im Fall der Wissenschaft) und „Neuheit/Information“ im Fall der Medien. Dies ist die Kernbotschaft meines Artikels „Wo Niklas Luhmann sich verrannt hat“, der heute in „Meta“ erschienen ist,  Weiterlesen

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