Jób Paál

Arthur Schnitzler vermerkt am 28. Juli 1931 in seinem Tagebuch: „Nm. Hr. Job Paal, ung. Journalist, dem ich ein Interview verweigere und der mich interviewt. Sein Sohn.“ Der Wiener Germanist Martin Anton Müller hat mich kürzlich auf diesen Tagebucheintrag aufmerksam gemacht – und auf das Interview bzw. eben Nicht-Interview, das mein Großvater damals in Semmering mit ihm geführt hat. Martin Anton Müller hat auch einen Wikipedia-Artikel über Jób Paál angelegt, der mit Hilfe meines Kollegen Maximilian Schönherr und meinen eigenen Recherchen ergänzt wurde. Beim „Sohn“, den Arthur Schnitler erwähnt – und der auch im Zeitungsartikel Erwähnung findet, handelt es sich wiederum um meinen Vater János Paál.

Vierzig ungarische Jahre 1916 – 1956: jetzt als pdf

Vor mehr als zehn Jahren erschien die Autobiographie meines Vaters, János Paál. Im Alter von 40 Jahren war er 1956 aus Ungarn geflohen – wie hunderttausend andere. Er war Zeitzeuge verschiedener Entwicklungen in Ungarn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts:

Als Schüler am berühmten Rabbinerseminar in Budapest schließt er sich der zionistischen Bewegung an. Als junger Arzt er- und überlebt er deutsche und ungarische Faschisten. Später wird er mit seiner Frau in die berüchtigten kommunistischen Schauprozesse verwickelt. Sie wird inhaftiert, er in die Provinz verbannt. Als sie sich nach vier Jahren wiedersehen, spitzt sich die politische Lage zu. Es kommt zum Volksaufstand.

Das Buch erschien 2006 bei Books on Demand. Da es nicht mehr erhältlich ist, steht es ab sofort hier als pdf zur Verfügung (oder aufs Cover klicken).